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Entstehung
Bei der Frage: Warum ist der Kehlgesang Höömej gerade
in dieser Region und Kultur entstanden, bin ich bei meinen Nachforschungen
auf zwei Antworten gestoßen:
1. Das Nachahmen von Geräuschen aus ihrer Umgebung, z.B. Tierrufe
von Schaf, Rind, Kamel und Wolf oder Naturgeräusche vom Wind, Wasserrauschen
usw.
2. Die ursprünglichen Lebensverhältnisse der Sänger.
In Zentralasien sind im Sommer Temperaturen bis 40°C und im Winter
bis 40°C und tiefer keine Seltenheit. Ein Hirte wird bei stundenlangem
Hüten der Rinder und Schafe, will er sich die Zeit mit Singen vertreiben
bei sehr niedrigen Temperaturen eine bestimmte Körperhaltung des
Halses und Kopfes einnehmen.
Verschiedene Muskelgruppen des Gesichts, des Halses und der Atmung wird
er durch mehr oder weniger Anspannen vor dem Auskühlen schützen.
Sitzt er zu Pferd oder Kamel und bewegt sich dieses vorwärts, wird
sich die Stimme des Sängers durch das Schaukeln auf dem Rücken
der Tiere in ein Auf und Ab begeben. Am tiefsten Punkt setzt die Kehlstimme,
der Kehlgesang an. Der Stimmklang wird sich dann vom untersten Bereich
der normalen Singstimme in Richtung Kehlgesang verändern, wenn
der Sänger in der gestauchten Stimme verharrt.
Die Anlässe erstrecken sich vom einfachen alltäglichen Gesang
über Feste bis hin zu schamanischen Handlungen.
Die
Mongolen benennen bei der Stilbezeichnung den Resonanzraum oder die
Entstehungsquelle des gesungenen Tones, z. B. Brust Höömij,
Nasen - Höömij ( siehe Hosoo, mongolischer Sänger ).
Auch die Schreibweise des Höömej ( Khöömei, Xöömij,
Höömmij, Chöömij usw. ) und den anhängigen
anderen Singstilen ist sehr vielfältig.
Die
Bezeichnungen der Gesangsstile in Tuva richten sich nach dem Klang des
erzeugten Tones z. B. Sygyt = Pfeifen, Kargyraa = krächzen
Die
Gesangsstilbezeichnungen auf dieser Website sind tuvinischer Herkunft
und spiegeln noch lange nicht alle Gesangsstile wieder. Höömej,
Sygyt und Kargyraa können als eigenständige Gesangsstile gesehen
werden; vermischen sie sich, entstehen neue Stilbezeichnungen. Es entsteht
ein Klangspektrum, bei dem 4 5 voneinander unterscheidbare Töne
gleichzeitig aus einer Stimme hörbar sind. Dieses Phänomen
wird von einem ungeübten Ohr oft als ein- oder zweitöniges
Singen wahrgenommen.
Von
der Tradition her ist der Kehlgesang in Zentralasien ein Männergesang.
Er wird aber auch, erfreulicherweise, von Frauen praktiziert z. B. Sainkho
Namtchylak aus Tuva oder Purevsuren Usukhjargal von der mongolischen
Gruppe Khukh Mongol, ( CD Minii Nutag ).
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